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Geschichte 2017-12-04T14:30:51+00:00

Vom Lumpensammler zum international vernetzten Recycling-Unternehmen

1907 gründet der aus Mannheim eingewanderte Friedrich Hügler in Dübendorf seinen Betrieb. Mit Ross und Wagen sammelt er Alt- und Abfallstoffe ein: Lumpen, Knochen, Alteisen, Buntmetalle. Die sortierten Stoffe verkauft er an Grosshändler. Seine Liegenschaft an der Wallisellenstrasse 7 ergänzt er mit einem Magazin.
1916 – mitten in der Zeit des 1. Weltkriegs – lässt Friedrich Hügler seine Firma im Handelsregister eintragen. Schon in den Zwanzigerjahren ist der kontinuierliche Aufschwung deutlich sichtbar: Die Liegenschaft an der Wallisellenstrasse kann weiter ausgebaut werden. Und der erste Lastwagen ersetzt den «Hafermotor».
Friedrich Hügler erkrankt schwer. Seine Tochter Maria ist ab 1929 aktiv in der Firma tätig. Mit dem Tod des Firmengründers wird sie 1931 die Besitzerin und Chefin des Familienunternehmens – und bleibt beides bis ins hohe Alter.
Maria Hügler, die 1936 den Juristen Dr. Josef Hüsler heiratet, ist – für damalige Zeit eher ungewöhnlich – viel unterwegs: Die Reisetätigkeit der jungen Frau zu Gewerbe- und Fabrikbetrieben dient der Materialbeschaffung. Häufig ist sie in den Dreissigerjahren in Italien unterwegs, um mangels Absatzmöglichkeiten in der Schweiz Abnehmer im Ausland zu akquirieren.
Während des Zweiten Weltkriegs sind die Grenzen geschlosssen. Die Firma Hügler wird als Direktlieferantin der Schweizer Verbraucher anerkannt. Das Sortieren des Sammelguts ist streng reglementiert. Nicht weniger als 250 (!) Sorten Textilien müssen von den Sortiererinnen nach Fasern unterschieden werden. Ebenfalls geregelt ist die Sortierung von Alt-Stoffen wie Eisen, Guss, Nichteisenmetalle und Papier. Pech für die Firma Hügler 1947: Das Magazin brennt.
Ab 1949 baut sich die Firma im Schörli in Dübendorf ein komplettes neues Domizil: Ballenlager, Geleiseanschluss mit Brückenwaage, Schrottpresse mit Überdachung, Papiersortierraum und 1967 schliesslich einen Büroneubau.
In den Fünfzigerjahren verändert sich der Textilmarkt. Kunstfasern kommen auf. Bei Hügler wird die Textilsortierung nach und nach eingestellt. Dafür wächst das Papiergeschäft stetig. Rund 60 Papiersorten werden angeboten.
Maria Hüsler-Hügler führt ihr Unternehmen engagiert und erfolgreich.1960 sind hier rund hundert Personen beschäftigt. Dr. Josef Hüsler vertritt die Firma nach aussen, ist langjähriger Präsident verschiedener Branchenvereinigungen und erster Präsident der internationalen Vereinigung BIR (Bureau International de la Recupération) in Brüssel. Er stirbt 1972. Maria Hüsler heiratet Josefs Bruder Hans Hüsler.
Bis zu ihrem Tod 1984 bleibt Maria Hüsler die Chefin. Dann übernimmt Hans Hüsler das Unternehmen. Im letzten Jahrzehnt hat sich die Firma stark verändert: Die Mitarbeiterzahl ist um 1975 – nicht zuletzt wegen des Rückgangs italienischer Gastarbeiter – auf rund 40 Personen geschrumpft. Umso mehr wird die Mechanisierung der Arbeit vorangetrieben. Hans Hüsler sucht eine Nachfolgeregelung ausserhalb der Familie.
Ab 1990 ist Beat Leuenberger Geschäftsleiter des Unternehmens, das nun in eine Aktiengesellschaft umgewandelt ist. Er vertritt eine Vorwärtsstrategie und stellt sich den neuen Anforderungen für Recyclingfirmen in Bezug auf Ökologie und Datenschutz. Unter seiner initiativen Führung wird die Firma durch Beteiligungen stark ausgebaut.
1995 erwirbt die M.F. Hügler AG zwei Spezialfirmen: Griesser Altpapiere AG, Dällikon (Sortierung von Spezialpapieren), und Data Ex 4000 AG, Dällikon (Aktenvernichtung). 1996 kommt eine Beteiligung an der Gotthard Schnyder AG, Emmen (Schrott- und Metallaufbereitung) dazu. Professioneller Metallhandel wird als neue Sparte angeboten.
Die M.F. Hügler AG investiert massiv in Bauten und moderne Technologie. Das Areal wird auf 17’000 m2 erweitert und für die Metall- und Papierrückgewinnung wird je eine Halle gebaut. Der Umsatz steigt auf 150’000 Tonnen Sekundär-Rohstoffe jährlich. Das Unternehmen beschäftigt rund 50 Personen. Qualität wird gross geschrieben: 1997 erfolgt die Iso-Zertifizierung für das Qualitätsmanagement-System, 2000 für das Umweltmanagement-System.
Im Jahr 2000 schliessen sich die vier Firmen zur Gruppe die-entsorger.ch zusammen: M. F. Hügler AG, Gotthard Schnyder AG, Griesser Altpapiere AG und Data Ex 4000 AG. Ihr Leitmotiv: «Nichts ist wertlos». Die Firmengruppe wird ein internationaler vernetzter Handelspartner für erstklassig aufbereitete Sekundär-Rohstoffe.
Otto Hefti übernimmt die Leitung der Gruppe und in der Folge auch die Führung der M.F. Hügler AG. Die Nachfrage nach Rohstoffen ist gross. Die konsequente Qualitätssicherung, die laufende Modernisierung der Technologie und der Ausbau der Dienstleistungen stehen im Vordergrund der Unternehmenspolitik.
Die M.F. Hügler AG errichtet im Industriequartier Birmensdorf nahe der Autobahn einen zweiten Standort: ein Recyclingcenter für Alteisen und Metall mit Annahmestelle für Papier, Karton, Kunststoffe und Sonderabfälle. Anlieferungs- und Arbeitsbedingungen auf dem Areal von 21’900 m2 mit Gleisanschluss und Halle (8500 m2) sind optimal.
2011 wird die Griesser Altpapiere AG mit der M.F. Hügler AG fusioniert. Die Firma DataEx4000 AG geht an die Lottner Gruppe.
2013 Verkauf an die Loacker Recycling GmbH